Bewehrung nicht freigegeben oder abgesackt
Die Bewehrung entscheidet über die Tragfähigkeit. Fehlen Freigabe, Unterstützungskörbe oder Abstandhalter, verliert die obere Lage ihre Wirkung – später ist das nicht mehr korrigierbar.
Bewehrung, Leerrohre, Deckendosen, Einbauteile, Aussparungen und Anschlussbewehrung liegen gerade offen auf der Schalung. Nach der Betonage ist davon nichts mehr zu sehen, und anders als bei einer Wand lässt sich in einer tragenden Decke später kaum etwas nachbessern. Beurteilen musst du nichts davon selbst – das ist Sache von Fachplanung und Bauleitung. Deine Aufgabe ist, den Zustand vollständig zu dokumentieren und die vorgesehenen Kontrollen einzufordern, bevor der erste Mischer kommt.
Die Bewehrung entscheidet über die Tragfähigkeit. Fehlen Freigabe, Unterstützungskörbe oder Abstandhalter, verliert die obere Lage ihre Wirkung – später ist das nicht mehr korrigierbar.
Eine Deckendose sitzt genau dort, wo sie einbetoniert wurde. Wandert die Leuchte später zwei Meter weiter, bleibt nur Aufputz oder Stemmen in einem tragenden Bauteil.
Jede Öffnung, die jetzt fehlt, muss später in eine fertige Decke geschnitten oder gebohrt werden. Das erfordert aufwendige Rückfragen beim Tragwerksplaner.
Anschlussbewehrung für aufgehende Wände, thermische Trennelemente an Balkonen oder Ankerschienen müssen jetzt sitzen. Nachträglich bleiben nur Bohren, Schneiden oder aufwendige Sonderlösungen.
Abweichungen bei Deckenstärke und Auflagertiefe sieht man dem fertigen Beton nicht an. Ist die Schalung zudem undicht oder nicht standsicher, drohen massive Probleme während der Betonage.
Lass dir von der Bauleitung bestätigen, dass Bewehrung, Einbauteile und Aussparungen freigegeben sind. Klär offene Punkte zwingend, bevor der erste Mischer anrollt.
Fotografiere erst Übersichten aus mehreren Richtungen, dann die Details: obere und untere Lage, Zulagen über Auflagern sowie Ecken und Anschlüsse. Halt auch die Unterstützungskörbe fest, die die obere Lage tragen.
Miss für jede Dose zwei rechtwinklige Abstände zu festen Wandkanten. Beschrifte Fotos sofort mit Zweck und Durchmesser. Dokumentiere auch Treppenauge, Schächte und Einbauteile mit Bezug zum Plan.
Lass Oberkante, Deckenstärke und Auflagertiefen von der Bauleitung gegen die Ausführungsplanung prüfen. Fotografiere den Zustand der Schalung, bevor der Beton eingebracht wird.
Leg den aktuellen Schal- und Bewehrungsplan, die Aussparungspläne sowie die Freigaben der Tragwerksplanung in deine Bauakte. Sicher nach der Betonage auch Lieferscheine, Betonfestlegung und das Wetter am Betoniertag.
Lade Übersichts-, Detail- und Maßfotos hoch. Wir zeigen dir, welche sichtbaren Punkte du vor der Betonage mit der Bauleitung klären solltest.